Frank Hensgens, Geschäftsführer Indeed Deutschland, über die Bedeutung von Mobile Recruiting

Geschäftsführer Frank Hensgens

Dieses Interview erschien erstmals im Kundenmagazin von 1000jobboersen.de – softgarden e-recruiting GmbH

Herr Hensgens, was macht Indeed anders als andere Jobsuchmaschinen?
Ich denke, der wesentliche Unterschied zu anderen Jobseiten, egal ob klassische Jobbörsen oder Jobsuchmaschinen, ist unser konsequenter Fokus auf den Jobsuchenden. Online-Recruiting wird gerade in Deutschland aus Arbeitgebersicht, also v.a. im Interesse des zahlenden Kunden gedacht. Natürlich handeln auch wir unternehmerisch. Gegründet wurde Indeed aber mit dem Gedanken, Menschen dabei zu helfen, ihren nächsten Job zu finden. Dieser Spirit lebt noch immer, auch wenn wir längst zu einem global profitablen Unternehmen gewachsen sind.

Wie genau kann man sich das vorstellen?
Auch zehn Jahre nach Unternehmensgründung steht die User-Experience bei uns an allererster Stelle. Wir investieren viel Entwickleraufwand in die stetige Optimierung unserer Suchqualität und testen fortlaufend sämtliche Funktionen unserer weltweit 55 Websites. Unsere Traffic-Werte zeigen, dass Kandidaten und Arbeitgeber davon gleichermaßen profitieren: Heute nutzen mehr als 140 Millionen Menschen Indeed, jeden Monat. 58 Prozent der Besuche kommen von internationalen Märkten außerhalb der USA.

Stichwort Reichweite: Wie ist Indeed hier in Deutschland aufgestellt?
Die deutsche Indeed-Website ist seit 2008 verfügbar und seit 2013 sind wir aktiv mit eigenen Teams im Markt unterwegs. Im Mai dieses Jahres waren wir auch in Deutschland erstmals die meistbesuchte Jobseite laut comScore und halten den Vorsprung seitdem. In einem fast beispiellos umkämpften Markt wie diesem sicherlich ein wichtiger Meilenstein. Ich sehe realistische Chancen, dass sich Indeed dauerhaft als reichweitenstärkste Jobseite in Deutschland etablieren wird.

„Wir befinden uns mitten in einer mobilen Revolution, die unseren Alltag komplett verändert.“

– Frank Hensgens, Geschäftsführer Indeed Deutschland

Das Performance-basierte Bezahlmodell von Indeed ist auf dem deutschen Markt einzigartig. Wo sehen Sie die Vorteile einer solchen Vorgehensweise? 
Bei unserem Modell bezahlen Unternehmen rein leistungsbasiert. Das bedeutet, Kosten entstehen nur dann, wenn eine Stellenanzeige aufgerufen wird. Wir nennen dies Faires Recruitment nach dem Pay-per-Click-Modell. Anzeigen können zudem jederzeit pausiert oder gestoppt werden, zum Beispiel wenn eine Stelle erfolgreich besetzt wurde oder sich die Anforderungen auf Unternehmensseite ändern. Hier unterscheiden wir uns wesentlich von dem Modell der tradierten Jobbörsen, die nach einem Performance unabhängigem Fixpreisprinzip abrechnen und mit vorgegebenen Mindestlaufzeiten arbeiten.

Wie wird das Modell von Ihren Kunden angenommen? Findet ein Umdenken bezüglich der Online-Recruiting-Kosten statt?
In den USA hat Indeed mit seinem leistungsbasierten Bezahlmodell Erfolgsgeschichte geschrieben und speziell seit diesem Jahr bekommen wir tolles Feedback von Unternehmen in Deutschland, die über Indeed neue Mitarbeiter gefunden haben. Wir haben unser Team in diesem Jahr noch einmal deutlich erweitert, um die Nachfrage im deutschen Markt zu bedienen. An leistungsbasierten Bezahlmodellen führt mittelfristig kein Weg vorbei. Das Personalmarketing muss ein Budget verantworten und berichten, wofür und mit welchem Erfolg das Geld eingesetzt wurde. Egal, ob es um die Rekrutierung einer durchschnittlich qualifizierten Fachkraft geht oder um die Besetzung wichtiger Schlüsselpositionen, am Ende des Tages bleibt die Frage nach der Effizienz der gewählten Kandidatenquelle.  

Indeed gilt als Vorreiter in Sachen Mobile Recruiting. Welche Maßnahmen haben Sie bisher ergriffen, um die mobile Jobsuche zu vereinfachen?
Sowohl im Apple Store als auch im Google Play Store ist Indeed seit Monaten die am häufigsten heruntergeladene Job App. Die Gründe hierfür liegen für mich auf der Hand: Damit Stellenanzeigen mit allen Geräten problemlos abrufbar sind, werden Jobs auf Indeed grundsätzlich in mobiloptimierter Form veröffentlicht. Auch hier denken wir konsequent aus Kandidatensicht. Unsere Performance-Tests, unsere Reichweitenwerte und das Feedback in den App-Stores bestätigen uns in dem Ansatz, zu Gunsten schneller Ladezeiten und guter Lesbarkeit auf Employer-Branding-designte Layouts zu verzichten. Jede zweite Jobsuche auf Indeed erfolgt inzwischen mobil.

Was macht Ihre App ansonsten so erfolgreich? 
Neben der konsequenten Mobiloptimierung der Stellanzeigen bieten wir Kandidaten mit der ‘Indeed Apply’ Funktion eine einfache Form der Bewerbung über das Smartphone oder den Tablet-PC. Hierzu können Bewerber ihren bei Indeed hinterlegten Online-CV nutzen, Zeugnisse anhängen und ein kurzes Anschreiben formulieren.

Zudem finden unsere Nutzer ein breites Angebot möglichst aller im Markt verfügbaren Stellenanzeigen in nur einer App – der Kernaspekt einer auf die Bedürfnisse des Kandidaten ausgerichteten Strategie.

Die mobile Bewerbung ist aktuell weder bei Jobsuchenden noch bei Unternehmen akzeptiert. Was muss sich ändern, damit der Bewerbungsprozess mobil wird?
Kandidaten wünschen sich durchaus mobile Bewerbungsprozesse. Es sind die Unternehmen, die hier noch Fragezeichen im Kopf haben und steigende Bewerbungseingänge bei sinkender Kandidatenqualität befürchten. Dies beobachten wir nicht nur in Deutschland. Die Diskussionen um Bewerberqualität und -quantität ähneln sich, egal ob wir mit Kunden in Singapur, Sydney oder Stuttgart sprechen und im Grunde genommen bestehen die gleichen Vorbehalte wie vor etwa 10 Jahren, als die E-Mail-Bewerbung die klassische Bewerbungsmappe abgelöst hat. Das Internet, so die damalige Überzeugung, würde zu Bewerbungen ohne ernsthafte Absichten verleiten, da die Zusammenstellung von Unterlagen nun einfacher wäre und der digitale Versand zudem kostenlos. Doch der technische Fortschritt hat diese Haltung grundlegend verändert. Heute sind Printbewerbungen in den meisten Unternehmen undenkbar, Online-Bewerbungen der Standard.

Sehen Sie Anzeichen eines Umdenkens im Markt?
Wir befinden uns mitten in einer mobilen Revolution, die unseren Alltag komplett verändert. Gerade in einem Kandidatenmarkt wie Deutschland müssen Unternehmen zeitgemäße Bewerbungsprozesse anbieten, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Mehr als 50 Prozent der Bewerbungen über Indeed  weltweit werden schon heute von Smartphone oder Tablet PC abgeschickt. Die Einführung mobiler Bewerbungsprozesse wird deshalb inzwischen zumindest strategisch diskutiert. Die ersten Unternehmen setzen sie bereits um.

Das heißt, der Druck kommt ‘von unten’, sprich von Kandidatenseite?
Ja, im gern zitierten ‘War for Talents’ geben die Kandidaten ganz klar die Richtung vor. Unternehmen spüren zunehmend, dass ihnen wertvolles Kandidatenpotenzial verloren geht, wenn sie keine Form der einfachen Bewerbung von mobilen Endgeräten anbieten. Ich glaube zudem, dass das Aufkommen neuer Tools das Thema Mobile-Recruitment für Unternehmen greifbarer macht. Bisher konnte sich mit Ausnahme ausgewählter DAX-30 Konzerne kaum jemand etwas unter einer mobilen Bewerbung vorstellen.

Was sind die zukünftigen Herausforderungen im Mobile Recruiting?
Der nächste Schritt ist die Umsetzung mobiler Bewerbungsprozesse auf Unternehmensseite. Die Nachfrage nach mobiloptimierten Lösungen steigt. Mit ‘Indeed MoBolt’ bieten wir maßgeschneiderte Lösungen für Unternehmen an, die auch bei mobilen Bewerbungsprozessen nicht auf Employer Branding verzichten möchten. Wir entwickeln hierzu mobil-optimierte Karrierewebsites im Look and Feel des Unternehmens, die dem bestehenden Bewerbermanagement-Tool vorgeschaltet werden, den Kandidaten über eine mobiloptimierte Nutzeroberfläche führen und die einfache Bewerbung von allen Geräten aus ermöglichen.

Welche Trends sehen Sie im Online-Recruiting für die nächsten Jahre und wie positioniert sich Indeed in Bezug auf diese Trends?
Mobile-Recruitment wird weiterhin zu den strategisch wichtigsten Themen zählen. Ich denke zudem, dass wir mit unserer Performance orientierten Philosophie gut aufgestellt sind für die nächsten Jahre. Bei beiden Aspekten sind wir stolz auf unsere Vorreiterrolle. Grundsätzlich werden wir uns aber immer auf das konzentrieren, was uns zur weltweit größten Jobseite* gemacht hat: Kandidaten dabei helfen, den passenden Job zu finden.

Über 1000jobboersen.de – softgarden e-recruiting GmbH
1000jobboersen.de ist eine Full-Service-Agentur für Rekrutierung, die Unternehmen mit strategischen Recruiting-Kampagnen und Performance-optimierten Mediaplanungen bei der Personalsuche unterstützt.

*bezogen auf Total Visits weltweit, Quelle: comScore