Viele Kandidaten sind auf der Suche nach Stellen im Ausland. Welche Länder sind dabei die beliebtesten?

Seit sich die Wirtschaft erholt, ziehen Jobsuchende wieder der Arbeit wegen um. Wo suchen sie nach Stellen?

Während der weltweiten Finanzkrise fielen die Aktienkurse, Unternehmen machten Verluste und Angestellte verloren ihre Stellen – in einigen Fällen dauerhaft. Doch durch vielerlei Entwicklungen wissen wir, dass die Wirtschaft sich nun wieder erholt: Wir haben die Stellen wieder besetzt, die während der Rezession verloren gingen, Unternehmen sind auf Einstellungs-Kurs und bezeichnenderweise beobachten wir, dass Menschen für Jobs wieder umziehen.

Auf dem Höhepunkt der Krise gab es einen Abschwung beim Niveau der Migration in fortschrittliche Wirtschaftsländer. Laut Daten der OECD fielen die Zahlen von 4,7 Millionen im Jahr 2007 auf 4,4 Millionen 2008 und 4,1 Millionen 2009 und blieben über Jahre auf niedrigem Niveau. Ein möglicher Erklärungsansatz: Mit dem Zerfall der weltweiten Wirtschaft und weniger verfügbaren Jobs waren Kandidaten weniger gewillt, das Risiko einzugehen, sich der Arbeit wegen von ihren Wurzeln zu entfernen.

Indes veranlasst das konsequente Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in den OECD-Ländern die Menschen wieder, für die Karriere Ländergrenzen zu überschreiten. Und – wie wir im jüngsten Bericht des Indeed Hiring Lab untersuchen – erreichte die Zahl der Kandidaten, die ins Ausland gingen, 2014 die 4,3 Millionen-Marke, also die höchste Zahl seit Beginn der Rezession und sogar höher als im Vorkrisen-Jahr 2006, als sie bei 4,1 Millionen lag.

Zahlreiche Kandidaten sind auf der Suche nach Stellen im Ausland

Die Daten von Indeed zeigen, dass die Zahl der Menschen auf der Suche nach Jobs im Ausland deutlich größer ist als die Zahl der Menschen, die bereits nachweislich umgezogen sind. Tatsächlich fanden wir – durch die Kombination von mobilen und PC-Suchanfragen – heraus, dass aktuell 8,1 Millionen Kandidaten weltweit auf der Suche nach Stellen außerhalb ihres momentanen Aufenthaltslandes sind.

Nicht jedes Land bekommt dabei dieselbe Menge an Aufmerksamkeit. Vorherige Untersuchungen des Indeed Hiring Labs haben gezeigt, dass es eine große positive Wechselbeziehung zwischen der Zahl von Stellenangeboten in einem Land und der Anzahl an Kandidaten, die das Land anzieht, gibt. Die heutigen Kandidaten sind gut informiert: Sie wissen, wo es Arbeit gibt bzw. Karrierechancen warten, und dort suchen sie auch.

Es gibt einen weltweiten Recruiting-Markt – also seien Sie vorbereitet

Laut der OECD sind die aktuellen Top-3-„Lands of Opportunity” 1.) die USA, 2.) Deutschland und 3.) das Vereinigte Königreich. Derweil zeigen die Indeed-Daten auf, woher jedes Land die meisten Kandidaten bekommt:

Natürlich spielen Sprache und kulturelle Faktoren eine wichtige Rolle bei der Frage, wo Kandidaten suchen, jedoch sind die Auswirkungen sehr unterschiedlich. Deutschland zieht in erster Linie Kandidaten aus Nachbarländern an, während die weite Verbreitung der englischen Sprache zu einem wahrhaft weltweiten Talentpool führt, der bereitwillig weite Distanzen überwindet, um in den USA und im Vereinigten Königreich zu arbeiten.

Was bedeutet dies für Arbeitgeber? Da die Bevölkerung vieler Länder mit fortschrittlicher Wirtschaft kontinuierlich altert, werden Arbeitnehmer aus dem Ausland zunehmend entscheidende Ergänzungen zum lokalen Bestand an Kandidaten darstellen. Wenn Arbeitgeber Stellenanzeigen veröffentlichen, dann wetteifern sie um weltweite Talente und die Gewinner werden diejenigen sein, die am besten vorbereitet sind, um sich aus dieser Veränderung einen Vorteil zu verschaffen.

Für weitere interessante Einsichten für Arbeitgeber laden Sie unseren neuesten Bericht Arbeitsmarkt-Ausblick 2016: Die Gründe für das weltweite Missverhältnis zwischen Qualifikationsangebot und -nachfrage erkennen herunter.