Der richtige Umgang mit Jobsuchenden: So überzeugen Sie Bewerber in nur drei Schritten

Das Bild zeigt ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch, zu sehen sind ein junger Jobssuchender und zwei Mitarbeiter einer Firma.

Die Suche nach einem neuen Job ist häufig mit viel Stress verbunden. Bedenken Sie nur die vielen Schritte, die vor der Einstellung kommen: die Suche, das Schreiben und Absenden der Bewerbung, das Vorstellungsgespräch. Das sind nur einige Beispiele und selbst dann liegt das Stellenangebot für den Bewerber noch in weiter Ferne.

Um Jobsuchende während dieser teils langwierigen Prozesse motiviert zu halten und vom eigenen Unternehmen zu überzeugen, sollten Personaler eine Beziehung zum Bewerber herstellen. Dies verlangt Einfühlungsvermögen und ein solides Verständnis darüber, was die psychischen und emotionalen Beweggründe des Jobsuchenden sind. Letztendlich sollten wir uns die folgende Frage stellen: Wie können wir Talente von unserem Unternehmen überzeugen, damit sie nicht nur den gesamten Bewerbungsprozess durchlaufen, sondern am Ende auch die Stelle annehmen? Nur wenn wir die Beweggründe der einzelnen Bewerber*innen kennen, können wir sie im Laufe des Prozesses angemessen unterstützen. Letztendlich ist es natürlich unser Ziel, dass sie sich aus Überzeugung für unser Unternehmen entscheiden. So können wir auch erreichen, dass neue Mitarbeiter*innen zufriedener und und langfristig erfolgreich sind. Aber wie erreichen wir das?

Schritt 1: Zuhören und verstehen

Es gibt viele Faktoren, die einen Menschen dazu bewegen, nach einem neuen Job zu suchen. Dazu gehören z. B. Unstimmigkeiten mit dem Vorgesetzten, Unzufriedenheit mit dem eigenen Gehalt oder fehlende Aufstiegsmöglichkeiten im aktuellen Unternehmen. Sogar Angst kann eine Rolle spielen: Vielleicht geht das Unternehmen durch eine schwierige Phase und der Bewerber will seiner Entlassung zuvorkommen und sich einen Vorsprung bei der Jobsuche verschaffen.

Bei so vielen möglichen Faktoren, müssen Personaler in der Lage sein, schnell herauszufinden, was ihre Bewerber bewegt. Deshalb sollten Sie mehr zuhören als reden und Interesse zeigen. Stellen Sie offene Fragen, um sich ein Bild über die Beweggründe für den angestrebten Wechsel oder die allgemeinen Karriereziele der Jobsuchenden machen zu können. Zuhören ist dafür die Basis.

Oft gehen die Bewerber in ihrer ersten Antwort nicht auf den Ursprung ihres Problems ein. Sie sagen z. B.: „Ich habe vor Kurzem mit meiner Vorgesetzten über Aufstiegsmöglichkeiten gesprochen, aber ich sehe derzeit keine Möglichkeit, mich im aktuellen Unternehmen weiterzuentwickeln.”

Ein guter Personaler gibt sich nicht mit oberflächlichen Antworten zufrieden: Er möchte mehr Details erfahren und mit dem Bewerber zusammen herausfinden, in welche Richtung er sich gern weiterentwickeln würde. Wenn Sie ihn davon überzeugen, dass er in Ihrem Unternehmen seine Ziele besser verfolgen kann, ist die Wahrscheinlichkeit viel höher, dass er die Stelle letztendlich annimmt, wenn Sie sie ihm anbieten.

Schritt 2: Bewerber von Ihrem Unternehmen überzeugen

Wenn Sie einmal die Beweggründe der einzelnen Bewerber kennen, können Sie den Bewerbungsprozess dementsprechend anpassen. Bedenken Sie, dass die Faktoren, die einen Bewerber dazu bringen, sich eine neue Stelle zu suchen, von denen abweichen, die ihn dazu bewegen, sich für eine neue Stelle in Ihrem Unternehmen zu begeistern.

Insbesondere in Vorstellungsgesprächen können Arbeitgeber auf die individuelle Situation jedes einzelnen Bewerbers eingehen. Zwar empfehlen wir, die Fragen für die Vorstellungsgespräche zu standardisieren, aber Sie sollten nicht bei jedem Bewerber genau gleich vorgehen. Es ist nicht ratsam, jedem Bewerber dieselben Vorteile und Leistungen vorzustellen.

Angenommen, Sie finden heraus, dass ein Bewerber gern reist, und Ihr Unternehmen bietet unbegrenzten Urlaub an. Dann sollten Sie dies hervorheben, weil sie den Bewerber ggf. damit locken können. Für andere Bewerber spielt hingegen der Standort, das Geld, flexible Arbeitszeiten oder die Möglichkeit, soziale Kontakte zu knüpfen, eine wichtigere Rolle. Erfolgreiche Personaler nutzen diese Informationen und passen ihre Vorgehensweise daran an.

Sie wollen Talente schon vor dem Vorstellungsgespräch von den Vorteilen Ihres Unternehmens überzeugen? Lernen Sie in unserem Live Webinar „Wie Sie Indeed für Ihr Employer Branding nutzen“ mehr über die Möglichkeiten des Indeed Unternehmensprofils. Jetzt zum Live Webinar anmelden.

Schritt 3: Bewerber zur Zusage bewegen

Wenn Sie bereit sind, dem Talent ein Angebot zu machen, ist es wichtig, dass Sie noch einmal auf alle Beweggründe eingehen und erläutern, wie Sie auf diese Bedürfnisse eingehen wollen. So erhöhen Sie die Chance einer Zusage.

Dabei sollten Sie sich nicht nur auf die finanziellen Vorteile beschränken, denn die Annahme, dass man die meisten Menschen durch finanzielle Aspekte überzeugt, ist falsch. Stattdessen sollten Sie sich erneut die psychischen Beweggründe vor Augen führen, die Sie zu Beginn ermittelt und an denen Sie sich im Laufe des Bewerbungsprozesses orientiert haben.

Was bedeutet das in der Praxis? Angenommen, der Bewerber interessiert sich für eine bestimmte Projektart und der Personalverantwortliche hat die Möglichkeit, ihn für diese Projekte einzuteilen – dann sollte das im Angebot erwähnt werden. Auf diese Weise heben Sie hervor, dass Ihr Angebot mehr ausmacht als nur ein regelmäßiges Einkommen – es steht für Arbeits- und damit letztendlich auch für Lebensqualität.

So zeigen Sie dem Talent, dass Sie sich wirklich Gedanken über seine Beweggründe gemacht haben und es als Individuum behandeln. Ist das nicht genau das, was wir als Personaler erreichen möchten?