Büro adé? Weit gefehlt – Homeoffice & Co. lassen in Deutschland noch auf sich warten

Frau, die im Home Office, unter Verwendung des Laptops im Esszimmer arbeitet

Staus vermeiden, Reisezeit reduzieren und dabei auch noch CO2 einsparen – im Homeoffice arbeiten zu können, bietet diverse Vorteile. Eine aktuelle Indeed-Analyse zeigt, wie häufig in Stellenanzeigen flexible Arbeitsmodelle angeboten werden und wie hoch diese Möglichkeit bei Jobsuchenden im Kurs steht.

Das Ergebnis mag erstaunen: Das Angebot im Homeoffice oder Remote zu arbeiten hat zugenommen. Im November 2016 wurde in 0,4% aller Jobanzeigen diese Möglichkeit angeboten, im August 2019 waren es 1,3%. Die konkrete Suche nach diesen Begriffen bei der Jobsuche fällt aber nach wie vor gering aus und bewegt sich nur im Promillebereich. 

„Nur wenige Jobinteressenten suchen aktiv nach Homeoffice oder Remote Arbeitsmöglichkeiten, da unter anderem die Berufsbezeichnung im Vordergrund steht. Nichtsdestotrotz ist das flexible von Zuhause arbeiten für viele Arbeitnehmer attraktiv. Beim Vergleich von Stellenangeboten macht dieses Benefit einen Arbeitgeber natürlich attraktiver”, kommentiert Dr. Annina Hering, Economist bei Indeed, die Ergebnisse. Ähnlich sieht es bei den flexiblen Arbeitszeiten aus: Die Anzahl der Online-Suchen nach diesem Schlagwort lag in demselben Zeitraum bei nur 0,02 %.

Unternehmen bieten vermehrt flexible Arbeitszeiten an 

In ihren Jobanzeigen werben Unternehmen viel häufiger mit flexiblen Arbeitszeiten als mit Homeoffice. “Unternehmen haben flexible Arbeitszeiten als wichtiges Benefit erkannt“, so Hering. Die Anzahl der geschalteten Jobs, die flexible Arbeitszeiten in ihrer Beschreibung auflisten, hat sich im selben Betrachtungszeitraum fast verdoppelt und liegt mittlerweile  bei 17,4 %. 

Hering erklärt: „Viele Unternehmen schließen unter dem Schlagwort ‚flexible Arbeitszeiten‘ auch die Möglichkeit auf Homeoffice mit ein. Daher sollten diese Schlagworte nicht in Konkurrenz zueinander betrachtet werden. Dennoch wäre es ratsam, wenn Unternehmen diese beiden Begriffe künftig deutlicher voneinander abgrenzen würden. Darüber hinaus bieten sicherlich einige Unternehmen auch flexible Arbeitszeiten und Homeoffice an, die nicht konkret in ihren Jobanzeigen darauf hinweisen.“ 

Zwar spielen Homeoffice & Co. in Stellenanzeigen noch eine untergeordnete Rolle, doch könnte sich dies auf absehbare Zeit im Zuge der Klimadiskussion und dem Kampf um Fachkräfte ändern. „Unternehmen können sich Wettbewerbsvorteile sichern, indem sie alternative Arbeitsmodelle klarer und prominenter in ihren Jobanzeigen platzieren“, resümiert Hering. 

Indeed hat auf seiner Jobseite das Suchverhalten der Nutzer auf de.Indeed.com vom 1. November 2016 bis 1. August 2019 analysiert.