Das ist die Homeoffice-Hauptstadt der Nation

Auf der Suche nach einer neuen Arbeit, die auch von Zuhause ausgeübt werden kann, sollten sich Jobsuchende nicht nur nach modernen Arbeitgebern umschauen, sondern auch am Sitz der Unternehmen orientieren. Wie eine aktuelle Auswertung von Stellenanzeigen der Jobseite Indeed aufzeigt, kann der Standort einen großen Unterschied machen, wie das Angebot an Homeoffice-Stellen vor Ort ausfällt. Die meisten Arbeitsplätze in den eigenen vier Wänden sind demnach aktuell nicht etwa in der Startup-Metropole Berlin ausgeschrieben, sondern in der vergleichsweise beschaulichen Universitätsstadt Münster in Nordrhein-Westfalen.

Die Städte mit der größten Homeoffice-Auswahl 

Mit einem Anteil von 13,3 Prozent landet Münster im Vergleich von 20 der größten Städte Deutschlands nicht nur vor den zweitplatzierten Berlin und Düsseldorf (jeweils 12,2 Prozent), sondern auch einige Prozentpunkte vor dem bundesweiten Durchschnitt von 10,9 Prozent. Zur Einordnung: Mit diesem Anteil übertrifft oder konkurriert die Uni-Stadt selbst mit europäischen Metropolen wie Paris (8,3 Prozent), London (13,6 Prozent) oder Madrid (15 Prozent). Die hohe Quote in Münster dürfte auch strukturell bedingt sein. So zeichnet sich der Arbeitsmarkt in der Stadt durch einen vergleichsweise niedrigen Industrie-Anteil und viele Verwaltungstätigkeiten aus.  Diese und weitere Faktoren dienen immer wieder als Erklärungsversuche für die kontinuierlich sehr niedrige Inzidenz in Münster im Verlaufe der Corona-Pandemie.

Den dritten Rang der Homeoffice-Auswertung belegt Wiesbaden mit 11,9 Prozent. Komplettiert werden die Top Fünf von Köln und Bonn mit 10,8 bzw. 10,5 Prozent, die damit im rheinischen Vergleich das Nachsehen gegenüber Düsseldorf haben. Weitere Millionenstädte und beliebte Arbeitsorte wie Frankfurt, Hamburg und München schaffen es nicht auf die Spitzenplätze.

Marketing und Finanzwesen im Branchenvergleich mit vorne

Wer dennoch später eine Arbeit mit einer hohen Homeoffice-Wahrscheinlichkeit ausüben will, findet diese häufig im IT-Bereich bei Jobs wie Informationsdesign, IT-Support oder Software-Entwicklung mit einer Quote von25,8 Prozent. Doch auch der Berufe im Marketing weisen mit 25,7 Prozent eine der höchsten Homeoffice-Quoten Deutschlands auf, gefolgt von Tätigkeiten im Medien-Bereich und Finanzwesen mit anteilig 21 bzw. 20 Prozent. 

 

Frank Hensgens, Managing Director Indeed DACH, kommentiert:

“Im Homeoffice arbeiten zu können, ist in Deutschland nach wie vor eher eine Ausnahme und auch ein Privileg bestimmter Berufsgruppen. Allerdings sehen wir – nicht zuletzt Pandemie bedingt – einen stetigen Aufwärtstrend bei den Ausschreibungen, die diese Option mit anbieten. Die Arbeitgeber sollten daran festhalten und nach Möglichkeit vermehrt auf diese und weitere flexiblen Arbeitsweisen setzen. Das kann sich bei der Suche nach neuen Fachkräften nur auszahlen und schafft auch die Möglichkeit, den Radius für die Talentsuche auszuweiten.” 

Über die Untersuchung

Für die Homeoffice-Analyse ermittelte die Jobseite Indeed die Anzahl an Stellen, welche die Option der Heim- bzw. Telearbeit offiziell mit ausschreiben und setzte sie ins Verhältnis mit der Gesamtanzahl aller Stellenausschreibungen. Für einen repräsentativen Überblick wählte Indeed die 20 Großstädte in Deutschlands aus, für die es im Schnitt mindestens 500 Stellenausschreibungen auf Indeed gibt. Zusätzlich wurde der Anteil an Homeoffice-Jobs pro Bundesland ermittelt. Um einen längerfristigen Trend abzubilden, untersuchte Indeed Stellenanzeigen im Zeitraum vom Oktober 2020 bis zum März 2021 und bildete einen Gesamtdurchschnitt pro Stadt und Bundesland. Jeden Monat kommen 630.000 Jobs deutschlandweit auf Indeed hinzu.